Überall riecht es nach Mensch, kein angenehmer Geruch – kein angenehmes Tier, dieser Mensch. Der Geruch des Mädchens neben mir ist schon erträglicher – wie ein ganzer Fruchtkorb duftet sie. Sie trägt italienisches Haar. Die Tropfen des Herbstes seilen sich an unsichtbaren Fäden entlang der Fenster ab. Die Farben des Oktobers lassen sich trotz der Dämmerung das Leuchten nicht verbieten. Die Wochen verdampfen. Einfach so.
Fluchende Menschen auf den Straßen. “Scheiß Justiz! Verdammte, scheiß Justitia!” – Willkommen im Irrenhaus. Ich stehe vor duftenden Brotbergen und bin einen Augenblick dankbar, dass ich mir all dieses Brot kaufen könnte, wenn ich es wollte. Das goldene Licht der Backstube hinter mir, inmitten der Eiligen. Gott hat die natürliche Auslese vergessen, flüstere ich in mich hinein. Mein Blick zersticht die Welt um mich herum.
Tief atme ich den holzigen Geruch des kalten Herbstlaubs ein. Es gibt die richtigen Plätze für mich. So wie der, an dem man die Schiffe vorbeifahren sehen kann. Von wo man die Flugzeuge hört. An zuviel Schönheit bin ich festgewachsen, als das ich all dies hier hassen könnte. Zuviel Wärme hüllt mich ein, als das ich kalt sein könnte. Zuviel Hitze ist in mir, als das mir das alles hier gleichgültig sein könnte. Manchmal muss ich mich mit Luft besaufen, um das Leben wieder verschlingen zu können. Für mich ist der Herbst immer ein Aufbruch, die fauligen Blätter zu meinen Füßen ein rot-grüner Flickenteppich. Wie bunte Pfützen.
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